Man(n) kann das auch rasieren!

Liebe Leserinnen und Leser,

heute geht es um eines meiner Lieblingsthemen – die Haarentfernung…
Ich musste lange überlegen, wann meine „Haarphobie“ überhaupt begonnen hatte, bzw. was der Auslöser dafür war… Auf jeden Fall war es vor 2006, also bevor ich angefangen habe String-Tangas zu tragen…

Ich hätte mir einen anderen Grund gewünscht, aber begonnen hat das mit einem Sexfilm. Der glatte Venushügel der jungen Frau hat in meinem Kopf einen Hebel umgelegt. Im empfand es als wunderschön, die glatte und makellose Haut, die Rundungen und Formen, so Detailreich betrachten zu können. Ich wollte das auch!

Zu dieser Zeit nutzte ich einen normalen Trockenrasierer für meinen Bart, einen Nassrasierer besaß ich nicht. Ich überlegte, wie ich diese Menge an Haaren mit meinen Möglichkeiten loswerden könnte. Ich hatte ziemliche Herzklopfen bei der Vorstellung, einen haarlosen Intimbereich zu haben. Irgendwie traute ich mich auch nicht so richtig anzufangen, denn was weg war, war erstmal weg. Ich fragte mich wie ich mit der Situation umgehen solle, falls es jemand sähe? Üblich war es in meinem Freundeskreis nicht. So begann ich erstmal seitlich an der Leiste die Haare zu zupfen um zu sehen, wie es sich entwickelt und wollte dann entscheiden wie weit ich gehe. Letzten Endes blendete ich mögliche Problemsituationen aus, der Wunsch war zu groß haarlos zu sein und entfernte alles mit einer Pinzette. Es dauerte ewig, es tat weh, es brannte und es blutete – aber das Ergebnis war es mir wert!

Meine Freundin und ich waren seit kurzer Zeit zusammen. Auch vor ihr hatte ich erst Hemmungen das zu zeigen… Sie fand es „Porno“. Und ja, daher hatte ich es und da kommt es ursprünglich her. Es erfüllt das Kindchen Schema, sozusagen „jung ist geil“. Schade, dass es so negativ geprägt ist, da der blanke Intimbereich immer noch mein Favorit ist – auch bei Frauen. Tatsächlich erinnere ich mich an kein Ereignis zur damaligen Zeit, wo jemand meinen gezupften Intimbereich gesehen hat. Vielleicht lag es daran, dass ich mit der Schule fertig war und Dinge wie Duschen nach dem Turnunterricht wegfielen.

Ist es nicht seltsam, dass ich mir diese Gedanken überhaupt machen musste/muss? Warum haben wir diese Vorgaben bzw. Erwartungen in der Gesellschaft, dass Frauen sich rasieren sollen und Männer behaart sein müssen? Eine Schülerin aus einer niedrigeren Klasse wurde wegen ihren behaarten Beinen gemobbt. Es ging durch das ganze Schulhaus. Bei mir wäre es damals mit rasierten Beinen sicher genau anders herum gegangen.

Es war Zeit für den Kauf meines ersten Mach 3 Gillette Rasierers und somit folgte unmittelbar die Achselrasur, was zwar recht modern war, aber gegenüber Freunden nicht unmöglich. Auch im Intimbereich konnte ich endlich rasieren und musste nicht mehr zupfen. Nun kamen auch die String-Tangas bei mir. Wie hätte das mit einem behaarten Intimbereich ausgesehen? Eine Erfahrung die ich nie für nötig gehalten habe. Ich bemerkte, wie sich die Rasur immer weiter Bein abwärts ausdehnte. Dieser Übergang zwischen behaarten Beinen und rasiertem Intimbereich war mir ein Dorn im Auge. Das klingt vielleicht bisschen manipulativ, aber ich versuchte über ein gezielt gesteuertes Gespräch meine Freundin darauf zu bringen, über die Beinrasur zu sprechen. Das klappte auch und sie war offen dafür, dass ich mir die Beine rasiere. Sozusagen als „Spaß“ – für mich war es aber alles andere als das. In der Badewanne sitzend, so wie auch heute noch, begann ich Bahn für Bahn die Haare zu entfernen.

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Die Haare hatten noch die volle Länge und es fühlte sich an wie mit einer Nagelschere die Gartenhecke zu schneiden. Das Ergebnis war überwältigend. Die Haut hatte sich noch nicht an das Rasieren gewöhnt, wie es heute der Fall ist. Die Haut, welche von den Haaren „geschützt“ wird, war nun frei und für Berührungen, Wind, Temperatur viel empfindlicher. Alles war viel intensiver – ich liebte es von Anfang an und es sah toll aus.

Insgesamt habe ich am Rest des Körpers nur kurze, feine und helle Haare, vereinzelte dunkle werden gezupft. Seit ich meine Vorliebe für Butt-Plugs gefunden habe, rasiere ich auch zwischen den Po-Backen, da es einfach schöner aussieht. Ebenso empfinde ich es als hygienischer. Inzwischen nutze ich den Gillette Fusion. Ich erziehe mit diesem das beste Ergebnis, scheide mich fast nie und die Haut sieht nicht zerrupft aus, wie ich es mit Billigrasierern erlebt habe. Durch meinen eher schwächeren Haarwuchs, den rasierten Achseln und von Bauchnabel abwärts rasierten Körper, kann ich mich als nahezu haarlos bezeichnen. Ich habe mich sogar so sehr daran gewöhnt, dass zu Zeiten in denen ich mich nicht rasieren konnte, Auswirkungen auf meine Laune gespürt habe. Rasieren ist für mich zu ein Ritual geworden, mit dem ich freitags die Arbeitswoche beende und das Wochenende beginne. Ich persönlich kann mir Haare nicht mehr vorstellen und meine Freundin kennt mich wohl auch nicht mehr anders.

Im Sommer trage ich oft kurze Hosen, sodass meine rasierten Beine jeder sehen könnte. Auch im Schwimmbad, Seen oder am Meer ist klar zu erkennen, dass ich keine Haare an den üblichen Stellen habe. Gerade mit Freunden ist der erste Moment jedes Mal wieder komisch. Das erste Mal schauen die Leute immer mit starren Blicken auf meine Beine. Es ist klar die Verunsicherug zu sehen, ob meine Beine wirklich rasiert sind. Ich hasse und liebe diesen Moment zugleich. Frauen sagen nie etwas, Männern bin ich immer eine Erklärung schuldig. Ich hasse das Grinsen in ihren Gesichtern, wenn sie mir die Frage stellen und sagen es wäre „gay“. Ich reagiere meistens gereitzt und führe ihnen vor Augen, dass es nur an ihrer Begrenztheit im Hirn läge – dann ist meistens Ruhe. Ich bin nun älter, selbstbewusster und somit weniger angreifbar. Aber einen leichten unterbewussten Beigeschmack hat es trotzdem immer.

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Ein Gedanke zu „Man(n) kann das auch rasieren!

  1. Wow, sehr gut beschrieben! Ich könnte fast meinen, ich hätte es geschrieben oder erlebt, aber das ist nicht so! Ich habe mich auch mit 16/17 das erste mal rasiert und versucht, es zu verheimlichen. Mit Haaren galt man ja als Mann und auch geschlechtsreif! Ich fühlte m ich aber ohne Haare immer wohler. Später kamen so eine Art kurze Schnitte mit verschiedenen Formen hinzu bis ich dann eigentlich mit 21/22 mich dann regelmäßig rasiert habe. Als Stringträger finde ich auch, dass man rasiert sein sollte, es sieht schöner aus und ist auch angenehmer und auch aus meiner Sicht hygienischer. Auch meiner Frau ist blank schöner und umgekehrt genauso… Stringkater, ich freue mich auf weitere tolle Berichte Deinerseits! Du schreibst mir aus dem Herzen bie diesem Thema!

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